5. Dezember 2008

Das Gesicht als Spiegel unserer Seele …

… und warum ich deswegen eine arme Sau bin:

  1. Ich denke: „Deine Haare …
    a) … sehen aus wie aus den Achtzigern!“
    b) … hättest Du gestern besser mal waschen sollen.“
    c) … sehen aus, als hätten sie heute noch keine Bürste gesehen. – Ach stimmt, so war es ja auch!“
  2. Ich denke: „Deine Augenbrauen …
    a) … solltest Du Dir mal wieder zupfen.“
    b) … sehen aus wie Stiefzwillinge.“
    c) … weg damit – Permanent Make-Up!“
  3. Ich denke: „Deine Piercings – …
    a) … oh, ich hab da ja tatsächlich einen Piercing unter der Lippe! Der fällt mir irgendwie immer nur alle zehn Jahre auf. Scheiß Gewöhnungssache.“
    b) … Jenny, Du bist einfach zu alt für diese Scheiße.“
    c) … der an der Augenbraue ist auch schon seit Monaten entzündet.“

(Heute trifft so ziemlich alles zu – irgendwie ist das auch immer ganz besonders schlimm, wenn ich einen Friseur-Termin habe.)


Ego & I, Tagtägliches Sprechblase-Icon 0 Kommentare
4. Dezember 2008

Meine Gedanken gestern, beim Arbeiten.

„Beim Heimkommen unbedingt Wäsche aufhängen … Beim Heimkommen unbedingt Wäsche aufhängen … Beim Heimkommen unbedingt Wäsche aufhängen … Beim Heimkommen unbedingt Wäsche aufhängen ..!“

Ich kam heim, und die Wäsche war aufgehängt! Sogar jede Socke einzeln. Ich schmeiß die immer als letztes über den Rest drüber, sonst wäre ich ja Jahre beschäftigt. – Danke, Mitbewohnerin P.!

Sollte das öfter machen … Abends Wäsche rein, hoffen, dass jemand auch waschen muss – und dann Deine Wäsche aufhängt, damit diese Person, in dem Falle Mitbewohnerin P., ihre eigene Wäsche waschen kann. Welch ein verschachtelter Satz, welch eine ausgefuchste Taktik!

Gleich mal notieren.


Kurz & knackig, WG-Leben Sprechblase-Icon 10 Kommentare
3. Dezember 2008

Wenn’s mal piepst …

Momentan laufe ich ja halbblind durch die Gegend. Das heißt, meine linke Kontaktlinse ist zu schwach, die rechte von der Sehstärke her grandios. Das führt dazu, dass ich meist halb schielend vor dem Rechner sitze, weil das Schlimmste, das Dir passieren kann, schwarze Schrift auf weißem Grund ist. Für meinen Beruf ja schlichtweg die perfekte Voraussetzung für stressfreies Arbeiten.
Noch schlimmer ist es, wenn ich abends vorm Schlafen meine Linsen rausgemacht habe, und mir dann noch einfällt, dass ich ja noch dringend was machen müsste. Wie neulich, als es plötzlich – nach fünf Minuten im warmen Bett liegend – anfing, kurz zu piepsen. Klang wie mein allererster Flik-Flak-Wecker. Flik Flak war damals ja total in, hatte da auch eine Armbanduhr. Bis ich merkte, dass Baby G viel cooler war.

Dachte mir, dass es schon aufhören würde zu piepsen. Tat es aber nicht. Also stand ich auf, und ging ins Wohnzimmer. Wartete. Fünf Minuten. Mir war kalt und ich hatte meinen hässlichsten Schlabber-Pulli und Kuh-Socken an. Man weiß ja nie, wer hier einem mitten in der Nacht übern Weg läuft. Das ist das Doofe an ’ner WG: Besuch nicht kontrollierbar.
Als es noch mal piepste, kam es aus der Küche. In der Küche sah ich mich um (so fern man das um“sehen“ nennen kann, muss ja an alles mit mindestens fünf Zentimeter Abstand ran, um was zu erkennen), und merkte, dass die Waschmaschine fertig mit ’ner Ladung Wäsche war. Manche Geräte machen ja so Abschluss-Piepstöne, wenn sie fertig sind. Wäre mir bei unserer Waschmaschine zwar nie aufgefallen aber … ich machte sie dennoch aus, total stolz, dass ich den Störenfried so schnell entdeckt habe, und ging erleichtert wieder zurück ins Gemach.

Bis es wieder piepste. Völlig angenervt stapfte ich in die Küche und verfluchte innerlich den Mitbewohner, der irgendwo ’nen blöden Wecker in der Küche versteckt haben muss. Auf dem Weg dorthin riss ich mir den Kuhkopf von meiner Kuh-Socke ab. Ich stand dann wieder in der Küche, wartete auf das Piepsen, trauerte um meine Kuh-Socke und merkte, dass die Türe der Mikrowelle offen stand, und auf dem Display ganz groß „End“ leuchtete. Innerlich verfluchte ich Mitbewohner S., der als Einziger die Mikrowelle nutzt, und zu inkompetent ist, die Türe der Mikro zu schließen, so dass ich quasi blind durch die Gegend schlappen musste, um das herauszufinden. Ich beschloss, Juckpulver in sein Handtuch im Bad zu schmuggeln.

Am nächsten Morgen habe ich verschlafen. Beim ersten Piepsen meines Weckers hab ich ihn ausgeschaltet. Snoozen wird eh völlig überbewertet. -.-


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2. Dezember 2008

Irrtümer

Ich war gestern beim Zahnarzt, um mich einer meinen tiefsten Ängsten zu stellen. Mein Zahnarzt macht’s mir auch leicht, immer regelmäßig hinzugehen, der schickt mir nämlich immer Erinnerungs-Mails. Nach der dritten hab ich den Termin ausgemacht.
Mein Frauenarzt hat mir das auch angeboten, eine Mail bekommen habe ich von dem noch nicht. Nun ja, die Theken-Schwestern dort sind eben lange nicht so ausgefuchst wie die bei meinem Zahnarzt. Als ich da war, wollte ich der Theken-Schwester nämlich ganz professionell meine Bankkarte geben, anstatt meiner Krankenkassenkarte. Ich habe vorher immer schon alles bereit – Karte, zehn Euro, weil’s dann so just-in-time-mäßig vorangeht. Nicht so wie andere Menschen immer, die man zu jedem Schritt auffordern muss.
Na ja, jedenfalls hat die den Irrtum eben sofort bemerkt. „Die nehmen wir aber auch gerne“, meinte sie und die ganze Belegschaft lachte. Das hätte ich gerne mal ausprobiert, und das Ding durch deren Kartenleser gezogen. Sooo unlustig sind die da. Ausgefuchstheit hin oder her.

Sehr organisatorisch ging es auch bei meinem Ausbilder zu, der sich beim Arbeitsamt ein Ich-bin-bald-arbeitssuchend-Formular geholt hat. Seitdem ist er quasi weiblich, weil die Dame, die ihm das gute Ding ausgehändigt hat, überall ihren Namen in die notwendigen Felder eingetragen hat anstatt den von meinem Ausbilder. Er hat es auch erst mal nicht gemerkt. Erst als mein Chef die Papiere in der Hand hatte, fiel der Fehler auf. Mein Ausbilder hat dann auch sofort beim Arbeitsamt angerufen und dafür gesorgt, dass die Dame nicht arbeitslos wird, wenn er die Papiere abgibt.

Was wär die Welt nur ohne Chaos.


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1. Dezember 2008

Billard, Fast Food, Vogelkacke

Am Wochenende war ich samstags auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart, um Kugeln für meinen Weihnachtsbaum zu kaufen, den ich noch gar nicht habe. Ich habe übrigens doch keine Kugeln gekauft, weil ich es schlauer finde, erst den Baum zu kaufen und dann die Kugeln. Wobei sich ja die Frage auftut, wo ich meinen Baum überhaupt hinstellen würde, ich hab ja rein theoretisch keinen Platz. Höchstens ich stell das Ding auf den Fernseher, das Regal oder den Rattenkäfig. Macht man jetzt so aber nicht. Wobei das auf dem Rattenkäfig gleich einen tollen Nebeneffekt hätte: Alle Nadeln fallen irgendwann in den Käfig, das heißt weniger Nadeln aufm Boden und ein Mal neunundfünfzig Cent Ersparnis, weil ich kein Streu kaufen muss.
Tannenbaum-Entsorgung ist mir eh ein Fremdwort. Bei meinem Papa hielt der Weihnachtsbaum zum Beispiel immer von Weihnachten über Silvester bis Ostern, da hingen dann so Eier am Baum. Momentan liegt der Tannenbaum von letztem Jahr immer noch hinten im Garten, haben mir meine Geschwister bestätigt.

Mit ihnen und Mr. I wollte ich gestern eigentlich auch Eis laufen gehen, die Eishalle war aber immer noch zu, so dass wir dann auf Billard umgestiegen sind. Ist ja fast das Gleiche.
Beim Billard sollte man nach meinen Erfahrungen anfangs, wenn man nicht immerzu zusammen spielt, die Regeln festlegen, weil die Regeln immer irgendwie bei jedem anders sind. Wir spielten dann nach „ICQ-Pool-Regeln“ (!). Kenn ich nicht, benutz ja kein werbungüberladenes ICQ. Bleibe lieber bei meinem zig Jahre alten gecrackten Trillian Pro, bei dem der Invisible-Modus nicht richtig funktioniert.
Anschließend waren wir noch was essen. Im Kochlöffel. Da sitzen meistens immer nur Omas ganz hinten drin. Gibt dort aber die beste Mayonnaise. Wir haben auch ein tolles Gruppenfoto mit unsere leeren Tabletts gemacht, wobei wir alle scheiße aussahen, so dass ich unsere Köpfe wegschneiden musste. :nixwiss

Nachdem wir irgendwann mal auf dem Rückweg zum Gefährt waren, haben wir noch das Vogelkacke-Auto schlechthin entdeckt:

Auto voller Vogelkacke

Ich habe dann beschlossen, dass ich meinen Baum mit pinken Kugeln schmücke. Irgendwie hat mich das nämlich total inspiriert.


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